Heteronormative Anwandlungen am Vatertag

Als wir zur Bühne schauten, bereitete sich eine multikulturelle Formation auf ihren Auftritt vor. Ihr Soundcheck versprach Klezmerklänge und Stimmung auf dem Fest im Treptower Park. Eine grazile junge Frau, die sich später als Sängerin  entpuppte, prüfte in einem sehr engen roten Kleid, dass ihre sehr anmutig erscheinenden Körperformen betonte, die Mikrophonanlage.

Diese Beobachtung wäre völlig an mir vorbei gegangen, wenn nicht ein Freund mich nachdrücklich darauf aufmerksam machen würde. Die nachfolgenden anzüglichen Bemerkungen zeigten mir seine einseitige Fixierung auf das Körperliche seiner Wahrnehmung. Die Enttäuschung bei ihm war dann groß, als sie sich für den kommenden Auftritt mit einem schwarzen lockeren Kleid ihrer sichtbaren Körpersilhouette entledigte. Mehrere Kommentare meines Freundes missbilligten diesen Vorgang nachdrücklich.

Nun kann ich verstehen, wenn einem ein schönes Bild zerstört wird, nicht gerade Zustimmung und Applaus folgt. Aber das ausschließlich auf das Körperliche einer Frau abgestimmte Stimmungsbild meines Freundes hat mich dann doch ziemlich verwirrt. Aber so ist das manchmal, der Alltagschauvinismus ist unter uns und findet sich auch bei Menschen wieder, von denen man es nicht unbedingt erwartet hätte.

Weitere Beiträge zum Vatertag gibt es hier und hier.

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