7 neue Erden

Von Burkhard Niehues  

Was zum Teufel sind eigentlich Exoplaneten?
Exoplaneten, Planeten, die um andere Sonnen kreisen, sind momentan der absolute hot shit unter geltungssüchtigen US-Astronomen, die Ihre Birne unbedingt mal ins TV (Sky) hängen wollen („exo“, von „exovertiert“). Das Weltraumteleskop Kepler hat offenbar einen erdähnlichen Gesteinsplaneten entdeckt, der anderthalb mal so groß ist wie die Erde und zwanzig Tage länger für die Umrundung seines Sterns braucht, die lahme Sau! Mittlerweile wurden etwas über tausend dieser Planeten aufgespürt. Einige dummerweise auch von Keplers weniger bekanntem Zwillingsteleskop „Pichler“, dessen Linse durch einen technischen Defekt stark getrübt ist. Leider sind die Planeten auch schweineweit weg wie etwa Pichler-452b im Blauen Kreuz des Südens: 1.400 Lichtjahre, 4 Lichttage und ein (langes) Lichtwochenende (den Umweg um die dunkle Materie noch nicht eingerechnet!). Die wenigen Messdaten, die als zuverlässig eingestuft werden können, sind zudem wenig ermutigend. Der Planet wurde durch indirekte Messung aufgespürt. Pichler-452b ist vollständig von einem Ozean aus reinem Alkohol bedeckt und bewegt sich so dicht um seinen blauen Riesenstern, dass dieser seine Atmosphäre langsam aber sicher verdampft, und infolgedessen selbst heftig herumtorkelt. Die Existenz von intelligentem Leben ist eher fraglich, bestenfalls wird es wohl dauerbreit und einseitig literarisch begabt sein. Astroanglisten sprechen auch vom „Bukowsky-Effekt“. Bei der Transitmethode wird eine extrem schwache Lichtschwankung gemessen, die auftritt, wenn der Planet von der Erde aus gesehen an seinem Stern vorbeizieht. Pech für die Wissenschaftler: oft ist es eine beim Querlüften aus der ISS entwischte Mücke, die auf das Weltraumteleskop gekackt hat. Weiß der Himmel, wir werden wohl nie erfahren, was da draußen abgeht! Herkömmliche Dieselraketen sind zu langsam! Trotzdem werden astronomische Summen verbraten, um kakerlakenartige Aliens aufzuspüren, die auf drei Beinen gehen und sich von Erdöl (mit oder ohne Gas) und Yellowcake ernähren. Ein Nachbarplanet von Pichler-452b , Pichler-452cw, befindet sich sogar in der bewohnbaren Zone, dreht sich aber viel zu schnell. Die Folge: Monsterstürme, die mit Mach 5 über seine Oberfläche fegen. Hochentwickeltes Leben wäre hier allenfalls unter Tage möglich. Regenwurmartige Maulwurfwesen, die kein Fernsehen kennen. Immerhin wären Sie da unten sicher vor dem Geplapper und Getwitter, dass wir seit Jahrzehnten ins All blasen. Für wortkarge, aber hochintelligente Außerirdische nördlich des Polarsterns wäre das hingegen tödlich.

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