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Macht und Stuhlgang

Nun hat ja eine gute Sitzung mit loslassen zu tun. Genauso verhält es sich mit Machtverlust. Die Kontrolle zu verlieren, sollte geübt sein. Angstbesetztes,  machtpolitisches Agieren kann sich auf die Gedärme auswirken. Es führt zu Verkrampfungen, Verstopfungen oder unkontrolliertem Flatterschiss. Viele der Menschen, denen Macht wichtig ist, gehen vor wichtigen Tagungen, wo ihre Macht durchgesetzt werden soll, erst mal aufs Klo. Der Druck und die Angst vor dem eigenen Versagen bringt den Verdauungstrakt nachhaltig durcheinander. Ein instrumentales Verhältnis zur Macht wirkt sich definitiv psychosomatisch verheerend auf den Organismus aus. Dieser Mensch ist nicht zu beneiden. Er befindet sich im inneren Konflikt, da seine Körperfunktionen sich seiner Kontrolle entziehen können, aber im selbst gezimmerten Machtkonstrukt Kontrolle unabdingbar ist. Wie nun raus aus dem Dilemma? Gelassenheit und Distanz, Zurückhaltung und Bescheidenheit sind vertrauenswürdige Helfer zur Stabilisierung der Verdauung. Sie machen nicht Angst und krank, sondern entspannen. Sie öffnen neue Horizonte und Perspektiven, die machtbesessende Egomanen so nicht erleben können. Ein Verlust, der meistens mit unbefriedigenden Stuhlgang flankiert wird. Also lasst von der Macht und ihr werdet super kacken können.

Meine Angst vor Hunden

Immerhin habe ich drei Jahre mit einem Hund zusammengelebt. In einer WG. Er hatte das Balkonzimmer, ich das zum Hof. Nein, nein, er hatte ein Körbchen im dunklen langen Flur. Trotzdem ist eine gewisse Angst vor Hunden geblieben. Damals, als ich in der Nähe des Zürisees arbeitete, unternahm ich viele Wanderungen durch die Bergwelt in der Nähe. Die Wanderwege führten immer auch an Gehöften vorbei. Dort traf ich dann auf knurrende Hunde, die ihr Areal verteidigen wollten. Leider war Frauchen oder Herrchen nicht immer gleich in Sicht, so dass der Hund mich des öfteren stellte. Sofort kam mir natürlich die Angst hoch, die sich mit dem Wissen, dass Hunde das riechen können, noch verstärkte. Entweder bequemte sich der/die Verantwortlichen dazu, den Köter zurück zu rufen oder ich musste den Rückzug antreten. Später verzichtete ich ganz auf meine Wanderschaften. Das war schon ein Einschnitt in meiner Lebensqualität damals, dass ich den Hunden und deren Besitzer*innen anlastete. Bis heute ist eine Grundangst geblieben, die ab und zu wieder hoch kommt und die wahrscheinlich mich weiterhin begleiten wird. An die Hundebesitzer*innen kann ich nur appellieren, sich sorgsam um ihre Hunde zu kümmern, beim Gang in der Öffentlichkeit die Mitmenschen und ihre Befindlichkeiten im Blick zu haben und sehr rücksichtsvoll damit umzugehen. Da wäre allen geholfen und Fronten würden sich erst gar nicht aufbauen. Man kann ja niemanden vorwerfen, dass er extreme Angst von Hunden hat und diese auch zeigt.