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Unter Beobachtung

Immer mehr Leute sprechen mich über die Geschichten auf dem Blog an. Gestern saßen wir in kleiner Runde im quick lebendigem Friedrichshain zusammen und da kam die Frage auf, schreibt man anders, wenn man weiß, dass es Bekannte lesen. Auf der einen Seite sind die Stories ein Testballon für vielleicht Größeres. Und da ist Feedback unabdingbar. Anderseits bleibt das Schreiben ja doch Selbsttherapie. Und Resonanz auf die Texte sollten die Texte ja nicht verändern oder beeinflussen. Aber sie werden es doch tun. Immerhin sind wir ja soziale Wesen und die Umwelt beeinflusst uns ständig. Ganz autonom bist du also nie. Auch wenn du dich als ein völlig unabhängiges Wesen begreifst. Also werden sich die Texte auf Grund von meinen Veränderungen auch verändern und sich beeinflussen lassen. Mit dem Wissen, wer da alles mitlist, wird es mich hoffentlich nicht hemmen, genau so offen und authentisch zu schreiben, wie bisher. Wir werden sehen.

Ente gut-alles gut!

Ich liebe Enten, goldbraun, knusprig aus dem Ofen, der Geschmack spricht für sich. Überall und zu fast jeder Gelegenheit habe ich Enten zubereitet, unabhängig von der Jahreszeit und von der Herkunft. Ob vom Aldi oder vom Ökobauern, immer musste eine Ente her, um kulinarisch das Gleichgewicht zu bekommen.

Wenn ich Vegetarier werden würde wollen, auf Ente würde ich nicht verzichten können. Mit meinem Freund Juri habe ich da einen Gesinnungsgenossen gefunden. Daraus ergaben sich unzählige verschiedene Entenessen, die in die Annalen der jeweiligen Lebensläufe Eingang gefunden haben. Töpfe voller Rot- oder Grünkohl, Briocheknödel, Wirsing, Kartoffeln oder anderes Gemüse bzw. Saucen aller Couleur waren oftmals nur lästiges Beiwerk zum opulenten Entenmahl. Von mir aus konnte man darauf verzichten. In Irland aß ich eine halbe Ente ohne Knochen mit Knoblauchmayonnaise in einem Baguette als Snack so für zwischendurch.

Bei Freunden habe ich Entenverbot, da sich nach einer Zubereitung im High Tech-Ofen die Fettauffangschale, die nicht heraus genommen wurde, beim Reinigungsprogramm bei 300 Grad fast entzündete. Für die Ofeninhaberin ist ein zukünftiges gemeinsames Entenessen einfach zu gefährlich und zu schmutzig.

Die Geschichte eines Freundes schockierte mich als Entenliebhaber dann doch gewaltig. Ihm wurde nämlich eine Ente einfach weg genommen. Aber der Reihe nach:

Er geht immer, weil er alleine wohnt, an Weihnachten zu seinem Bruder feiern und bringt immer die Weihnachtsente mit. So ist es verabredet. Es ergab sich, dass er Heiligabend krank wurde und absagen musste. Er wollte der Verwandtschaft mit seinem trockenem Husten nicht auf den Geist gehen. Er hatte ja die Ente, Kammillentee, Fernsehen und Hustentabletten, das sollte über Weihnachten reichen. Aber er hatte die Rechnung ohne seinem Bruder gemacht.

Dessen Frau war noch in der Nähe arbeiten und so schickte er sie los, um die Weihnachtsente doch gefälligst vom Kranken abzuholen. Immerhin war sie ja gekauft und sollte auch im würdigen Rahmen gegessen werden. Mein Freund war so schockiert und wehrte sich nicht. Erst als die Schwägerin mit dem Vieh und einem „Frohes Fest“ entschwand, realisierte er seinem Nahrungsverlust. Er kochte sich Nudeln mit Ketchup. Seit diesem Vorfall feierten die Geschwister nicht mehr gemeinsam Weihnachten.

Auch für mich wäre dieser Verlust inakzeptabel. Man kann mir Manches nehmen, aber keine Ente. Und Vegetarier werde ich sowieso nicht.

Kurzmitteilung

Jörg schnarcht, Juri ist wach, will sich aber nicht bemerkbar machen, da er nicht weiß, wer draußen am Zelt rumfuhrwerkt. Ich komme vom Steg und habe den Sonnenaufgang gegen 4:30 Uhr verfolgt. Kann einfach nicht mehr schlafen, habe zuviel gegrübelt…und … Weiterlesen