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Vegane Kinder

Ein Freund beklagte sich, wie er beim täglichen Kochen in einem Kinderladen im Prenzlauer Berg immer wieder mit Eltern konfrontiert ist, die für ihre Kleinkinder vegane Kost einfordern. Da habe ich mir die Frage gestellt, ob es eigentlich vegane Kinder gibt und wenn ja, warum.

Der Grad der Individualisierung treibt mitunter bunte Blüten. Die Welt ist voller selbstbestimmter, sich zu eigenen Verwirklichung verdammter Individuen, die sich auch noch so aufwendige Nieschen suchen, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Dazu gehört auch der vegane Hype.

Für den zuständigen Koch sind solche Forderungen der Horror. Allein logistisch und organisatorisch sind solche Extra-Würste mit einer qualitativ anspruchsvollen Gemeinschaftsversorgung unvereinbar. Man hat ja auch noch die Vielzahl an Kinder mit sogenannten Unverträglichkeiten zu versorgen. Wenn man diesem individuellen Wünschen unwidersprochen folgt, findet man sich fast in einem a la Carte Restaurant wieder, wo über hundert Kinder nach verschiedenen Begehrlichkeiten der Eltern versorgt werden müssen. Und das von einem Koch. Diese Forderungen sind schlichtweg eine Frechheit, weil sie zu Lasten der Köche gehen.

Jeder kann ja so leben, wie er will, sollte seine Umwelt damit aber nicht belasten. Außerdem gilt die einseitige Ernährung, sprich hier die vegane, besonders für Kleinkinder als gesundheitschädigend. Der dauernde Mangel an tierischen Produkten wirkt sich im Wachstum negativ auf die Organismen der Kleinen aus. Diese Unverantwortlichkeit militanter Eltern sollte nicht noch unterstützt werden. Ihre Projektion von abwegigen Lebensentwürfen auf ihre Kinder sollte in den eigenen vier Wänden stattfinden oder gar nicht.

Wenn es gerade schick ist, sich vegan zu ernähren und wieder zu einer furchtbaren Attitüde verkommen ist, sollten Köche damit nicht belastet werden. Ein gesunder und relaxter Umgang mit den veränderten Essgewohnheiten sollte entschleunigt möglich sein. Das Verabschieden von liebgewordenen Gewohnheiten und kulturellen Sozialisierungen braucht Zeit und Geduld.

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Ganz schlecht

Er hatte es mit Frauen,

um dann zu heiraten, eine alte Jungfer

um mit ihr Kinder zu bekommen,

um sie dann zu betrügen, im gemeinsamen Schlafzimmer, mit einem Mann,

um eine Menage a trois zu probieren und damit die Grenzen der ehefraulichen Ertragbarkeit auszutesten,

um dann geschieden zu werden, so dass sich die Kinder auch abwendeten,

um dann in der Weltgeschichte rum zu vögeln und alles in epischer Breite und detaillierter Genauigkeit ungefragt zum Besten zu geben und seine Umgebung damit echt zu nerven,

um dann sogar die Geschwister anzubaggern und alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist,

um dann mit versauten E-Mails und anzüglichen Briefen Einige vor den Kopf zu stoßen,

um dann den Geschwistern in seiner miefigen Butze zu erklären, dass er missbraucht wurde, von der eigenen Mutter, die jetzt schon tot ist, und es genossen hat, und das ist an allem Schuld.

Wie schlecht ist das denn? Was für eine Farce! Kein Wort!

Das Inzest-Problem…interessanter Beitrag zu einem gesellschaftlichen Tabu

„Der guckt wie ein Pädo“

Zwei ca. 11-jährige Mädchen unterhielten sich im Park und da fiel dieser Satz.

Dass Sexualität die Kinder- und Jugendsprache beeinflusst, ist nicht erst beim massiven Gebrauch von sexistischen und damit auch oft diskriminierenden Schimpfwörtern bekannt. Die Diskrepanz zwischen Wissen und Gebrauch ist in diesem Alter natürlich besonders groß.

Wenn die Mädchen einen Pädophilen gemeint haben, ist es zweifelhaft, ob sie den gesamten Komplex zu diesem Thema überblicken oder auch nur darüber aufgeklärt wurden.

Die sexistische Sprache der Medien, die schnell angenommen und für wahrhaftig erklärt wird, fördern eine Verformung der gewünschten gesunden und natürlichen Aufklärung. Oft sind die Teenager, die soweit wären, dass sie sich Sexthemen annehmen, vorher schon von der Umwelt „versaut“.

Sexistische Werbung, Filme und Serien, aber auch die Schlagzeilen des Boulevards geben ein von der Wirklichkeit entferntes Bild über Sexualität wider, die einer gesunden und individuellen Entwicklung junger Menschen im Wege steht.

Die Diskriminierung, die mit sexistischer Sprache einher geht, wird als Machtmittel gegenüber Schwächeren in der Gruppe gebraucht. Es sind die Gockelrituale bei den männlichen Jugendlichen, sich besonders gegenüber Mädchen ungebührlich zu verhalten. Sie zeigen noch eigene Unsicherheit und Unerfahrenheit. Wenn man die ersten Sexerlebnisse hatte, legt sich das pupertäre Gehabe.

Mädchen machen das wahrscheinlich genauso, nur versteckter und zurückhaltender.

Ich bin immer noch überrascht, von so jungen Menschen so unreflektierte Worte zu hören, man spürt den Bedarf nach richtiger Aufklärung.

Stress

Die Musikanlage musste getestet werden, Getränke für den 50sten mussten gekauft werden, E-Mails beantworten, mit einem angemeldeten Kind in der Schule kochen, heute kommt Ware, eigentlich aufwendige süß-saure Eier geplant mit Kartoffeln (ich hasse Kartoffel schälen), Interviewanfrage vom Tagesspiegel, heute Abend Pflichtstammtisch, Wäsche abnehmen, Blumen gießen, Blog schreiben, Essenplan fürs Schiff schreiben, Bestellliste für den Geburtstag fertig machen…

…und dann kam alles ganz anders. Entspannter.

Kind zum kochen kam nicht. E-Mail in 2 min beantwortet. Anderes Essen gekocht, Nudelbuffet, ging ruck zuck. Interview hatte sich erledigt. Stammtisch abgesagt, zu viel Alkohol. Blieb noch Musikanlage, 1 Stunde, immerhin. Getränke 1/2 Stunde. Alles andere war easy. Habe Prioritäten anders gesetzt, vieles hatte sich im Vorfeld erledigt und meistens kommt es anders, als man denkt.

Entschleunigung ist zurecht ein Modewort, man muss es nur beherzigen.

Außerdem macht man sich Stress, weil man sich nicht selbst traut. Man hat Zweifel am richtigen Timing, obwohl man tausend Mal richtig lag. Ich misstraue zum Teil meinem eigenen Können. Trotz einem gewissen Pensum hatte ich heute genügend Pausen für mich und Zeit für Gespräche war auch da.

Am Ende war alles halb so wild. Für den nächsten Stresstag einfach entspannen und sich was zutrauen.