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Ist Stefan Raab ein homophobes Arschloch….

…oder ist das alles nicht so schlimm, was er gegenüber einem Millionen-Publikum in seiner Show „TV total“ gestern im Zusammenhang vom Outing des Fußballstars Hitzlsperger äußerte?

Beim Zapping kam ich gestern abend zufällig auf Pro 7. Er liegt ziemlich weit hinten, da mich dessen Programminhalte nicht weiter interessieren. Nun war es doch mal soweit und es lief die Latenightshow von Stafan Raab.

Dort kommentiert er das Tagesgeschehen und versuchte es mit ein paar billigen Witzen aufzupeppen. Beim Thema Coming Out eines Nationalspielers war er erstaunlicherweise schnell bei Sexpraktiken von Schwulen. So lernten wir was über Fisting, Analsex und Schwanzlutschen. Und dass das natürlich außerhalb der Norm liegt und wir dreckige Witze darüber machen können.

Um so viel Fachwissen zu haben, müsste Raab mindestens eine Penetration vielleicht von einer Domina oder einen gepflegten Faustfick erlebt haben müssen. Anders ist es nicht zu erklären, wie der Unterhaltungskünstler sich zu solchen unglaublichen Ausfällen gegenüber Schwulen herablässt und sie in seiner Show der Öffentlichkeit präsentiert.

Natürlich sind die Sexpraktiken von Stefan Raab nicht sehr interessant und Witze darüber würden auch seine persönlichen Rechte verletzten. Warum es aber ein schwuler Fußballspieler aushalten soll, hier auf das Massivste beleidigt zu werden, ist nicht auszumachen. Stefan Raab hätte in einem modernen Faschismus wahrscheinlich auch funktioniert.

Der Zampano des unterirdischen, dummen und den niedrigsten Instikten folgenden Humor hat einfach eine Linie des normalen Umgangs in der Öffentlichkeit überschritten. Es war noch nicht mal Stammtisch Unterkante, sondern einfach homophober Müll aus dem Inneren einer vermeintlich gestörten Seele.

Ich will mal nicht von seiner Verantwortung gegenüber der Jugend, von der als gesellschaftlicher Auftrag verstandenen Prägung von Grundwerten oder von Vermittlung eines solidarischen und emphatischen Gedankengutes an sein vornehmlich junges Publikum reden, kann aber doch mindestens erwarten, dass der Mob auf so eine widerliche Art halt nicht so ohne weiteres bedient wird. Aber wahrscheinlich bin ich mit den Mechanismen von privaten Fernsehen nicht so vertraut.

Meine Angst vor Hunden

Immerhin habe ich drei Jahre mit einem Hund zusammengelebt. In einer WG. Er hatte das Balkonzimmer, ich das zum Hof. Nein, nein, er hatte ein Körbchen im dunklen langen Flur. Trotzdem ist eine gewisse Angst vor Hunden geblieben. Damals, als ich in der Nähe des Zürisees arbeitete, unternahm ich viele Wanderungen durch die Bergwelt in der Nähe. Die Wanderwege führten immer auch an Gehöften vorbei. Dort traf ich dann auf knurrende Hunde, die ihr Areal verteidigen wollten. Leider war Frauchen oder Herrchen nicht immer gleich in Sicht, so dass der Hund mich des öfteren stellte. Sofort kam mir natürlich die Angst hoch, die sich mit dem Wissen, dass Hunde das riechen können, noch verstärkte. Entweder bequemte sich der/die Verantwortlichen dazu, den Köter zurück zu rufen oder ich musste den Rückzug antreten. Später verzichtete ich ganz auf meine Wanderschaften. Das war schon ein Einschnitt in meiner Lebensqualität damals, dass ich den Hunden und deren Besitzer*innen anlastete. Bis heute ist eine Grundangst geblieben, die ab und zu wieder hoch kommt und die wahrscheinlich mich weiterhin begleiten wird. An die Hundebesitzer*innen kann ich nur appellieren, sich sorgsam um ihre Hunde zu kümmern, beim Gang in der Öffentlichkeit die Mitmenschen und ihre Befindlichkeiten im Blick zu haben und sehr rücksichtsvoll damit umzugehen. Da wäre allen geholfen und Fronten würden sich erst gar nicht aufbauen. Man kann ja niemanden vorwerfen, dass er extreme Angst von Hunden hat und diese auch zeigt.