Schlagwort-Archive: Reise

BKK: friseur, suppe, pennen, suppe, bier, massage, huehnerbein, internet…

Es ist schon zehn Jahre her, als ich das letzte mal hier war. Diese fazinierende Stadt hat mich also wieder. Mit allen seinen Abenteuern fuer die Sinne, den Dueften, der schwuelen Exotik, der Moderne, dem Groessenwahn, dem Schmutz, der Sauberkeit und vor allen Dingen der ueberaus grandiosen Freundlichkeit seiner Bewohner*innen.  Man waehlt zwischen Suppe, Massage und Chang Bier und die Nacht hat erst begonnen. Die Stadt ist so wunderbar asiatisch, so vielfaeltig, dass man Tokio, Seoul, Saigon, Singapur, Hongkong oder Phnon Penh gar nicht besuchen braeuchte. Die 12 Stunden Flug lohnen sich immer. Man macht mit dieser Wahl einfach nichts falsch. Und obwohl ich schon fast alles hier gesehen habe, wird es wieder neu und aufregend, aber nie langweilig werden. Irgendwann nehme ich den Nachtzug nach Chiang Mai und gehe dann in die Berge, aber bis dahin geniesse ich die einmalige Atmosphaere von Bangkok.

Schockstarre in Delhi

Habe ich schon über meine super Interkontinentalreisen geschrieben? Das wird ab jetzt vermehrt vorkommen. Reisereportagen können so bunt und unterhaltsam sein. Zeigen sie uns doch oftmals, wie grau und trostlos der Alltag hier ist. Na gut, jetzt ist Frühling in Berlin und da ist man auch gerne hier. Das Reisen aber auch mal nicht Spaß machen kann, zeigte sich bei meinem Trip im Sommer 2011 nach Indien.

Ausgerechnet im Sommer wollte ich ein paar erholsame Tage auf dem Subkontinent erleben. Als ich in Delhi ankam, erschlug mich nicht nur das feucht-heiße Klima, sondern auch Menschenmassen, Lärm, Dreck und die vielen Tiere auf der Straße. Ich verkroch mich zunächst in mein Hostelzimmer, ein fensterloses Loch mit so einem Deckenpropeller, den ich gleich auf Stufe 5 einstellte. Mit 80 Fernsehprogrammen, die ich rauf und runter zappte, versucht ich mir die Frage zu beantworten, was ich hier soll, warum ich hier bin, was all die Menschen hier wollen und was ich als nächstes machen will. Die Unfähigkeit, etwas zu tun und zu planen, lag an der Tatsache, das meine Seele noch in Berlin war und ich selbst körperlich schon tausende Kilometer weiter gereist war.

Stunden später trieb mich der Hunger auf die Straße, wo ich sofort einem Touri-Schlepper auf dem Leim ging. Das von ihm favorisierte Travel-Office wollte mich für einen nicht unerheblichen Beitrag nach Kaschmir verschicken. Sie hatten ja recht. Bei diesem Wetter konnte man nur nach Norden flüchten. Meine ursprüngliche Route nach Rishikesh und Haridwar konnte ich mir wegen Pilger-Verstopfung und den schon erwähnten feuchtheißen Klima ja abschminken, also blieb nur die Flucht in die Sommerfrische nach Srinagar im umkämpften Kaschmir.

Ich hatte mich dann auf ein Reisepaket mit Stadtrundfahrt Neu Delhi, Flug nach Kaschmir, Hausboot in Srinagar und Trekking in den Bergen an der pakistanische Grenze eingelassen und sollte es nicht bereuen. Wie ich von einer  indischen Mittelstandsfamilie als Exot fotografiert wurde, mein Essen laufen und gackern sah und meinen Guide nach Ladakh entkam, ist eine andere Geschichte und wird bestimmt auch noch auf dieses Blog erzählt werden.