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Kurzmitteilung

Jörg schnarcht, Juri ist wach, will sich aber nicht bemerkbar machen, da er nicht weiß, wer draußen am Zelt rumfuhrwerkt. Ich komme vom Steg und habe den Sonnenaufgang gegen 4:30 Uhr verfolgt. Kann einfach nicht mehr schlafen, habe zuviel gegrübelt…und … Weiterlesen

Zurück auf Null

Stress, Termine und fremdbestimmte Zeiteinteilungen, Internet, E-Mail, Blog, Twitter, Verkehr, Lärm, Staub, ohrenbetäubende Blaulichtautos, Menschen, Menschen und Hitze, Beton, kaum Schatten, Pflicht, Blumen gießen, Lärm von der Baustelle, Musik vom Nachbar, Fahrstuhl, Kommunikation, Weltgeschehen, Fernsehen, Radio 1, Musik und wieder Neuigkeiten über Twitter…und dann…

Oberuckersee, Vögel, Hunde, Wind, Ruhe, Wassergeplätscher, Tretboot, Kindheitserinnerungen, Isomatte, das wiederbenutzte einzige Messer, Knacker, Bautzener aus der Tube, alte Brötchen, Entspannung, Kaltland, baden, den alten Gedanken folgen, fertiggebastelter Sticky, einmal am Tag aufs Handy gucken, kommt Besuch?, Zeit bis morgen 12.10 Uhr, nochmal baden, Frische trotz 35 Grad, und dann ist morgen…

zurück in die laute dreckige heiße Stadt Berlin.

Brian Eno

Warum dieser Künstler mich verfolgt, weiß ich gar nicht. Vielleicht ist es ja am Ende die Musik. Und die Erinnerung an den Tag, als er mir das erste Mal begegnete. Heute wird er 65 Jahre alt , sagten die Leute von Radio Eins, und ich möchte ihm hiermit gratulieren und alles Gute wünschen, verbunden mit noch mehr Schaffenskraft.

Wir lagen sternförmig um eine einsame Kerze unter freien Himmel mitten in der Nacht und hörten Eno. Karsten sagte es jedenfalls. Psychedelic Music, passend zur Stimmung, die nach extatischem Feiern einer insgesamt 72 Stunden dauernden Fete auch mal im Arsch sein konnte. Niemand sprach, jeder folgte seinen Gedanken. Wir genossen ein Stück Losgelöstheit. Wir genossen unser Jungsein. 1984 in Neufahrland.

Karstens Eltern hatten ein weitläufiges Wassergrundstück, auf dem sich prima feiern ließ. Freundinnen kamen mit Zelten und Schlafmatten direkt vom Balaton dorthin, um zu tanzen und zu chillen. Mir waren bis dato diese Traveller-Attitüden fremd, ich war gerade als Spätchen auf Entdeckungsreise zu den Möglichkeiten der Jugend. Wir hopsten nackig auf den Kähnen herum, die auf dem Nedlitz-Paritzer Kanal den Müll der Westberliner abtransportierten. Dann brannte noch eine Scheune, nie wieder hab ich so ein Feuer gesehen. Und dann wurden Karsten auch noch die Fläppen (Führerschein) abgenommen, da wir im Schweinesuff mit seiner Karre noch Nachschub holen wollten und die Bullen, die wegen dem Brandes da waren, ignorierten. Sie ignorierten uns nicht. Karsten musste zum Bluttest und ich schob die 150ger Karre zurück, die ich aber erst mal abbockte. Es passierte noch einiges, Raum und Zeit lösten sich auf.

Die Fete ging Sonnabendnachmittag los und als ich Dienstag Mittag nach Hause kam, erkannte mich meine Mutter kaum. Ich hatte andere Klamotten an, war völlig übernächtigt, verkeimt, alkoholisiert, aber glücklich.

Das alles fällt mir bei Brian Eno ein. Jetzt stoße ich auf ihn an.